Peter Brüchmann – Fotografien der 60er und 70er Jahre

Domenica_zigarette

Peter Brüchmann – Fotografien der 60er und 70er Jahre
(fuer Twen, Stern, Quick, Revue, Playboy u. a.)
06. Dezember 2013 bis 28. Januar 2014

UNSER DILEMMA IST, DASS DIE INTELLIGENTEN MENSCHEN VOLLER SELBSTZWEIFEL UND DIE DUMMKOEPFE VOLLER SELBSTVERTRAUEN SIND.

So in etwa, nur in englisch, hat das schon Charles Bukowski gesehen. Der Berliner Fotograf PETER BRUECHMANN, 1932 ebenda geboren, koennte, wenn er denn noch koennte, viel zu diesem Thema erzaehlen.

Ab Mitte der 50er Jahre arbeitete er fuer zahlreiche deutsche Magazine und Agenturen. Willy Fleckhaus erkannte frueh sein Talent, holte ihn 1956 in die Redaktion der Jugendzeitschrift AUFWAERTS, danach zu TWEN. Bis Ende der 70er Jahre war er ein bekannter und gefragter Reportage-Fotograf.

Sein Hamburger Kollege Guenter Zint war der erste, der mich auf ihn aufmerksam machte. In Berlin gaebe es einen tollen, aber menschlich schwierigen Typen, der fantastische Fotos und Portraits von bekannten und weniger bekannten Zeitgenossen gemacht haette. Einiges an Negativen sei durch Notverkaeufe in alle Winde zerstreut, darunter seine sagenumwobenen Fotos der fruehen Beatles, unter anderem mit Evelyn Hamann. Anderes sei krankheitsbedingt vernichtet oder verschollen. Fahr da mal hin, bevor alles weg ist. Es lohnt sich, durch sein Archiv zu schauen.

Gelohnt hat es sich in der Tat. Zutage kamen vielfach unbekannte, grossartige, einfuehlsame Portraits, etwa von CHET BAKER, HORST BUCHHOLZ, RAY CHARLES, WOLFGANG NEUSS oder ROMAN POLANSKI.

Bruechmanns grosse Passion aber waren die Frauen. Bis heute gibt es nur ein, leider nur kurzfristig wirkendes, Zaubermittel gegen seine Depressionen. Die Begegnung mit einer ihn faszinierenden Frau und die Aussicht, sie zu fotografieren. Im Kopf geschieht das auch heute noch mehrmals taeglich und seine Begeisterungsfaehigkeit ist nicht beschraenkt durch koerperliche oder altersbedingte Vorlieben.

Das erste, was HANNELORE ELSNER bei einem Umzug an die Wand der neuen Wohnung pinnt ist, ist das abgegriffene Foto, das Bruechmann frueh von ihr gemacht hat. Die internationale Fan-Gemeinde von SHARON TATE geriet in helle Aufregung, als ich vor einiger Zeit Bilder, die Bruechmann noch kurz vor ihrer Ermordung gemacht hatte, nichts ahnend auf meine Homepage stellte. Einige der Fotos gingen nach ihren Tod um die Welt, aber man wusste nicht, wer der Fotograf war. Dank Bruechmann sehen wir noch heute, dass DOMENICA nicht nur einen blusensprengenden Busen, sondern auch ein wunderschoenes Gesicht hatte. HILDEGARD KNEF verletzlich, VERUSCHKA engelsgleich, fast noch nicht richtig inkarniert, FAYE DUNAWAY die Zauberfee, BRIGITTE BARDOT schon ein kleines bisschen bissig, wie ihre verwilderten Hunde und Katzen. SENTA BERGER, KARIN BAAL, GRACIA PATRICIA, MARIA SCHELL, ROMY SCHNEIDER, aber auch einfach nur Renate, Gundula, Marlene, Fatima,- zu sehen bei:

MULTIPLE BOX
Galerie und Kunsthandel
Admiralitaetstrasse 76
D-20459 Hamburg

Ein besonderer Dank an die „Johannes und Annitta Fries Stiftung“ die diese Ausstellung ermöglichte.